Frage: Ich übe schon seit langer Zeit Asanas (Körperstellungen). Bin ich mit meinen Asanas fertig und liege in Shavasana (Totenstellung), fühle ich manchmal ein sonderbares Schwingen oder mehr eine Art (Herz-)Klopfen in der Region unter meinen Genitalien. Meist bin ich in der Lage, damit willentlich aufzuhören, manchmal aber auch nicht. Diese Schwingung fühle ich bisweilen auch bei der Arbeit. Dann wird das sehr lästig. Es wird fast unkontrollierbar und ich scheine es einfach nicht aufhalten zu können. Ist dies eine Art von Reinigungsprozess oder ist da etwas mit mir falsch? Ich übe nur die normalen Asanas, die ich in einem Hatha-Yoga-Kurs erlernt habe und auch Asvini Mudra und Nauli. Ich würde Anmerkungen von Dir dazu sehr begrüßen.

Antwort: Ja, es handelt sich um Reinigung/Säuberung. Dies ist ein frühes Kundalini-Symptom. Da ist nicht irgendetwas falsch bei Dir. Gute Dinge sind im Gange – nur möglicherweise ein bisschen aus der Ordnung geraten.

Ein paar Schmerzen, Beschwerden und Vibrationen können während der Reinigung des Nervensystems auftreten. Es ist nichts Ungewöhnliches, wenn sich die Kundalini in der Nähe der Wurzel oder des Perineums zu regen beginnt. Die Symptome sollten vorübergehen. Tun sie das nicht, dann ist die Standardvorgehensweise, die Praxis ein wenig zurückzunehmen, bis sie das tun. Dies wird in den Lektionen Selbstabstimmung genannt.

Mulabandha/Asvini (das Zusammenziehen des Afterschließmuskels) und Nauli sind starke Mittel für die Stimulierung der Energie in der Region, die Du erwähnt hast, und sie sind wahrscheinlich die Schuldigen. Schwächst du diese ab, wird das wahrscheinlich etwas Abhilfe schaffen. Es ist nicht überraschend, dass man derartige Erfahrungen bei der Ausführung dieser besonderen Hatha-Praktiken macht, wenn man die „globalen“ Übungen, die eigentlich vorausgesetzt werden, weglässt.

Die regelmäßige Ausführung von tiefer Meditation und Wirbelsäulenatmung, bevor man damit beginnt, die Kundalini anzuheben, ist der beste Weg, die Reinigung im Gleichgewicht zu halten und unangenehme Kundalini-Symptome zu vermeiden.

Vielleicht ist es an der Zeit für Dich, ernsthaft in Betracht zu ziehen, dir das regelmäßige tiefe Meditieren anzueignen. Sobald du eine gute Routine mit der Meditation am Laufen hast, nimm auch die Wirbelsäulenatmung hinzu. Die Lektionen gehen durch alles Schritt für Schritt hindurch. Tust Du das mit deren Hilfe, denke ich, hast Du keine Schwierigkeiten mehr mit einem Flaschenhals. Auf jeden Fall wirst Du so Schwierigkeiten früh abfangen, bevor es ihnen gelingt, höher in den Körper hinaufzusteigen. In den Lektionen findest Du all die Gründe, warum es wichtig ist, sich zunächst um die globale Reinigung zu kümmern und die mehr gezielten Übungen im Stil des Hatha-Yoga erst zu beginnen, sobald die allgemeine Reinigung gut eingeführt ist. Es ist sehr wichtig, die Dinge in der richtigen Reihenfolge durchzuführen, weil das helfen kann, eine Menge Schwierigkeiten und ein Steckenbleiben mit der Kundalini-Energie zu vermeiden. Stattdessen hat man dann sehr viel Ekstase und einen schnellen Fortschritt.

Asanas/Stellungen sind für die meisten Menschen auf jeder Ebene gut und wärmen wunderbar für Pranayama und Meditation auf. Beginnst Du aber mit Übungen wie Mulabandha/Asvini und Nauli, sind die vorbereitenden Übungen der Meditation und Wirbelsäulenatmung nötig, die stimulierten Energien an der Wurzel aufzunehmen, auszugleichen und sie dann auf natürliche Weise durch das Nervensystem nach oben zu befördern.

Der Guru ist in Dir.