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Frage: Seit ich zu meditieren begann, bin ich von Glückseligkeit erfüllt. Ich sitze und wiederhole einige Male I AM (AYÄM) und schon befinde ich mich in einer prickelnden inneren Stille. Gestern bemerkte ich erst nach zehn Minuten, dass ich entschwunden war. Ich dachte I AM (AYÄM) und schon war ich wieder in Glückseligkeit versunken. Ich bin so voller Dankbarkeit. Ich bin als andächtiger Katholik aufgewachsen und so war es immer schwierig für mich, mit den östlichen Traditionen etwas anzufangen, obwohl ich spürte, dass sehr viel Wertvolles darin zu finden ist. Diese Art von Meditation scheint eine wunderbare Form der Annäherung zu sein – eine Brücke. Ich fühle mich jetzt Christus näher. Ist das ein wahres Gefühl?

Antwort: Wenn unsere Erfahrung zunimmt, sich auf einer höheren Ebene stabilisiert, dann aufgrund der Übung weiter wächst, nicht aufhört sich auszudehnen, dann bekommen wir die Antwort auf die Frage: „Ist das ein wahres Gefühl“. Die Antwort liegt in dir. Das ist die Wahrheit des spirituellen Lebens – wenn wir praktizieren und uns von innen her öffnen, sind wir selbst in der Lage unsere Erfahrungen richtig einzuschätzen. Du musst nirgendwohin gehen, um die Antwort und Beweise zu finden. Das liegt alles in dir selbst. Wenn wir das erst einmal erkannt haben, wird unser Leben zu einer fröhlichen, nie endenden Reise der Selbstentdeckung. Unter diesen Bedingungen verwandelt sich das menschliche Leben Schritt für Schritt in ein Kaleidoskop von Glückseligkeit.

Jesus sagte: "Suche zuerst das Königreich Gottes im Inneren, dann wird dir alles andere dazugegeben werden."

Glückseligkeit ist unser Geburtsrecht, unsere wahre Natur. Es ist Zeit für uns vorwärts zu gehen und die Glückseligkeit einzufordern, indem wir die natürlichen Fähigkeiten, mit denen wir geboren wurden, erwecken.

Für die meisten von uns ist es eine lange Reise. Es brauchte eine lange Zeit, bis wir so völlig von unserer wahren Natur abgetrennt wurden. Daher ist es selbstverständlich, dass es auch eine Weile dauern wird, bis wir uns wieder zurückgebunden haben, selbst wenn uns die besten Werkzeuge dafür zur Verfügung stehen. Manchmal haben wir eine klare Empfindung der Glückseligkeit, die in uns aufsteigt. Zu anderen Zeiten fühlen wir uns blockiert oder, als ob wir von innen her ausgefräst würden, wenn wir mit unseren täglichen Meditationen fortfahren. Der Prozess entfaltet sich auf mannigfache Weise. Mit der Zeit wird die Glückseligkeit vorherrschend werden und wir sehen die Welt, wie wir sie niemals zuvor gesehen haben. Wir sehen Glückseligkeit von überall hervorquellen, ununterbrochen. Eine verschmutzte Leitung kann nicht für immer verschmutzt bleiben, wenn wir sie Tag für Tag mit dem reinen Wasser des Bewusstseins durchspülen.

Die Glückseligkeit, die du empfindest, ist ein Schatz und gewiss etwas ganz Reales. Doch vergiss nicht, dass unterschiedliche Erfahrungszyklen auftreten werden, wenn deine Meditation voranschreitet. Manchmal wirst du dich so fühlen, wie du das oben mit deiner Glückseligkeit beschreibst. Ein anderes Mal, wenn eine tiefe Reinigung vor sich geht, wirst du dich nicht so gut fühlen. Es können auch Perioden auftreten, in denen du dich fühlst, als ob du auf einer bestimmten Erfahrungsebene feststecken würdest. Setze einfach deine Meditationen jeden Tag fort, ganz gleich was kommt. Auf lange Sicht ist nur wichtig, dass du täglich übst. Welche Erfahrungen wir auch immer haben mögen, wenn unsere Praxis korrekt und beständig ist, werden wir am Ende die Ergebnisse in Empfang nehmen.

In Verbindung mit deiner Reise nach innen werden viele Emotionen in dir hochkommen: Verwunderung, Ehrfurcht, Dankbarkeit, Ungeduld, Langeweile, Ärger, Frustration, Schmerz … was auch immer das für Gefühle sind, nütze sie, um deine Entschlossenheit zu üben zu verdoppeln. Wenn du in der Lage bist, deine Gefühle – gleich welcher Art – in eine unaufhörliche Sehnsucht zu üben umzuwandeln, kannst du nicht scheitern. Denn dann bist du hingebungsvoll. Diejenigen, die unerschütterlich hingebungsvoll sind, werden früher oder später immer erfolgreich sein. Dein Wunsch wird stets den Ausschlag geben. Kultiviere ihn gut.

Der Guru ist in dir.