Frage: Wenn ich andere finde, die dieselben Übungen machen, können wir dann zusammen in einer Gruppe meditieren? Ich habe gehört, dass das von Vorteil ist.

Antwort: Gruppenmeditationen sind eine gute Sache. Wann immer Leute zusammenkommen, um einen Pfad spiritueller Entfaltung zu studieren und dazu ermutigen, ihn zu gehen, kann das gut für dich sein, daran teilzunehmen. Wenn du dich regelmäßig mit Menschen gleicher Interessen austauschen kannst, bringt dir das insbesondere in dem Sinne einen erheblichen Nutzen, dass es dich dazu anregt, enthusiastisch mit deinen täglichen Übungen voranzuschreiten. Zweifellos regst du dadurch auch andere an, die Übungen zu machen.

Es ist gut, bei jeder Art Versammlung zu Beginn oder am Ende eine Gruppenmeditation von rund 10 Minuten durchzuführen. Ob du deine eigene Diskussionsgruppe dazu anleitest oder ob du als Gast bei der Gruppe von jemand anderem teilnimmst, immer wirst du feststellen, dass diese Gruppenmeditationen ihren eigenen Wert besitzen. Sie können tief und durchdringend sein, wenn sich das beruhigte Denken der Einzelnen vereinigt und gegenseitig verstärkt. Das ist ein fühlbarer Effekt und er strahlt in die Umgebung aus. Es ist gut, wenn die Teilnehmer der Gruppe alle dieselbe Meditation ausführen. Aber das ist nicht zwingend notwendig, solange nur alle während der zur Verfügung stehenden Zeit im Stillen praktizieren können. Gruppenmeditationen sind gut für alle, die daran teilnehmen und strahlen wohltuend auf die Welt aus.

Einige Leute wollen vor allem an „geführten Meditationen“ teilnehmen. Du wirst feststellen, dass diese Art von Gruppenmeditation mit der Nutzung eines Mantras unvereinbar ist. Denn deine Übung mit dem Mantra ist darauf ausgerichtet, schnell und effektiv nach innen zu führen. Wenn dir diese Meditation zur Gewohnheit geworden ist, hast du das Innere schon erreicht, sobald du deine Augen schließt und eine Meditation, bei der jemand durch Sprache anleitet, wird für dich kontraproduktiv sein. Das Gleiche gilt für Meditationen, in denen Musik, Chanten, Trommeln, etc. eingesetzt wird. All diese Meditationen haben ihren eigenen Zweck und Nutzen, aber sie sind nicht mit der Übung vereinbar, das Mantra schnell zum reinen Glückseligkeitsbewusstsein nach innen zu bringen. Das heißt nicht, dass du nicht an geführten Meditationen, am Chanten oder was auch immer teilnehmen solltest. Aber das ist dann eine ganz andere Vorgehensweise, als was du in deiner täglichen Meditation mit dem Mantra machst. Du wirst selbst die Anknüpfungspunkte herausfinden, die zu jeder der vielen Gruppen und deren Übungsformen einen Zugang schaffen. Oder vielleicht fängst du mit deiner eigenen Gruppe an, die sich eng an den hier angebotenen offenen Ansatz der Fortgeschrittenen Yoga Übungen anlehnt. Tu, was immer dich voranbringt.

Jesus sagte: „Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Dieses Zitat bezieht sich nicht auf eine bestimmte Sekte. Es beschreibt ein wohl bekanntes Prinzip. Wenn sich Menschen zu einem spirituellen Zweck versammeln, wird das Bewusstsein angeregt und intensiviert. Diese Intensivierung kann als eine sich vertiefende Stille und als ein alles durchdringendes Glückseligkeitsbewusstsein wahrgenommen werden. Diese Erfahrung kann in jeder Glaubensrichtung gemacht werden, bei jeder Zusammenkunft unter dem Vorzeichen hoher spiritueller Ideale, in jeder Versammlung, in der Wahrhaftigkeit eine zentrale Rolle spielt. Die Gruppenerfahrung von durchflutendem stillen Freudebewusstsein ist dort am größten, wo während einer Gruppenmeditation viele Individuen systematisch ihren Geist innerlich zur Ruhe bringen.

Gruppenmeditationen sind jedoch kein Ersatz für deine regelmäßigen Meditationen zweimal am Tag. Deine Übung für dich alleine ist deine Hauptübung und sollte es immer bleiben. Dadurch hältst du selbst die Zügel für deine spirituelle Entwicklung in der Hand, wenn du täglich ohne Rücksicht auf äußere Umstände praktizierst. Gruppen kommen und gehen. Gruppenmeditationen können einen wunderschönen Auftrieb verleihen. Aber sie werden auch kommen und wieder gehen. Verlass dich nicht auf sie als Hauptpraxis. Denke daran als eine Art Sonderzulage. Im Äußeren verändert sich das Leben ständig. Stelle sicher, dass deine tägliche Übungs-Praxis als ein innerer Teil deiner Existenz tief in dir verwurzelt ist, nicht gefährdet, durch äußere Ereignisse in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Wir haben über die verschiedenen Strategien gesprochen, wie man seine tägliche Meditationspraxis auch in turbulenteren Situationen sicherstellen kann. Die Regelmäßigkeit deiner Übungen aufrecht zu erhalten, ist sehr wichtig, wenn du dich auf den Seitenstraßen deines Lebens befindest. Was auch immer du als deine tägliche Praxis für dich erwählst, sie sollte dir heilig sein. Das ist dein Hauptweg nach innen. Du kannst darauf zählen, weil du dich darauf eingeschworen hast, sie täglich ohne eine Ausnahme durchzuziehen. Alles andere sind vorbeiziehende Landschaften, die einen manchmal begeistern – manchmal aber auch nicht so sehr. Lass dich durch sie vor allem begeistern, lass sie das Feuer deines Wunsches nach spirituellem Fortschritt anfachen und lass deine tägliche Meditationsroutine fortfahren, ihre Arbeit anhaltender, innerer Reinigung zu verrichten. Wir werden zusätzliche Übungen erörtern, bei denen du entscheiden kannst, sie in deine tägliche Praxis aufzunehmen. Aber du musst deine eigene tägliche Routine daraus entwickeln. Eine tägliche Routine ist der Schlüssel. Es ist der sicherste Weg zur Erleuchtung.

Experimentiere selbst mit Gruppen und nimm wahr, was dabei vorgeht. Beteilige dich vor allem an den überall stattfindenden Diskussionen über spirituelle Transformation. Du hast eine neue Ebene von Bürgerschaft betreten – der spirituellen Bürgerschaft. Bringe dein reines Glückseligkeitsbewusstsein in jede Zusammenkunft und in jede Gruppenmeditation ein. Und denke immer daran, dass du dein Haus täglich auf dem Felsen reinen Glückseligkeitsbewusstseins weiterbaust.

Der Guru ist in Dir.