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Diejenigen, die an eine tägliche Routine mit Yoga-Stellungen (Asanas) gewöhnt sind, können Samyama auf eine Weise einbinden, die die Wirkung unseres Dehnens und Streckens verstärkt.

Beim Ansatz der Fortgeschrittenen Yoga Übungen nutzen wir vor unserer zweimal täglichen Sitzung mit sitzenden Übungen eine kurze Abfolge von Yoga-Stellungen. Mehr einführende Informationen zu einer Asana-Routine sind in Lektion 71 und in dem Buch »Asanas, Mudras und Bandhas« zu finden. Wir verwenden die dort vorgestellte Routine als Grundlage für den Einbezug von Samyama in Yoga-Übungen. Samyama kann auf ähnliche Art in jede andere Routine mit Yoga-Stellungen einbezogen werden.

Für jene, die ihre sitzende Samyama-Übung nach der tiefen Meditation gut eingerichtet haben (vgl. Lektion 150), ist es leicht, Samyama zu den Asanas hinzuzufügen. Unsere Gewohnheit, ein Wort oder einen Satz (Sutra) schwach mit der Aufmerksamkeit zu berühren und das dann in die Stille gehen zu lassen, wird sich allmählich sehr wohltuend in vielen Bereichen unseres Lebens bemerkbar machen. Genauso positiv kann sich das im Rahmen unserer strukturierten Samyama-Routine auswirken.

Gehen wir so vor, dass wir bei jeder Asana, wenn wir das erste Mal in die Körperstellung hineingehen, einen beschreibenden Namen oder ein Sutra anstoßen, und lassen wir das Sutra los, während wir uns in der Asana befinden, ist das alles, was notwendig ist.

Haben wir das Sutra losgelassen, wird unsere Aufmerksamkeit ganz natürlich mit der Körperstellung mitgehen und sich über sie hinaus ausweiten. Damit fügen wir der Körperstellung eine viel größere Komponente der inneren Stille hinzu, als das zuvor ohne Samyama der Fall war. Das Ergebnis ist: mehr Entspannung während der Körperstellungen, mehr bleibende Wirkungen und eine geschmeidigere Ausführung der Asana selbst. Bedenke, dass wir uns niemals in Yoga-Stellungen zwingen und immer nur bis zu unserer angenehmen Grenze gehen, niemals darüber hinaus ins Unangenehme. Dies ist die wichtigste Anweisung bei allen Yoga-Übungen: dass man niemals etwas erzwingt.

Beim FYÜ-Ansatz liegt die Dauer, die wir die meisten unserer Körperstellungen halten, im 10-15 Sekundenbereich und dies passt sehr gut zu unserem Loslassen der Sutren in unsere innere Stille. Im Falle von Samyama während der Yoga-Übungen betreiben wir im wortwörtlichsten Sinne »Stille im Handeln«. Entwickeln wir diese Art von Gewohnheit in unserem Denken und Handeln weiter, wird dies tief greifende Auswirkungen auf unser tägliches Leben haben. Darin liegt eine große Kraft und wir können sehr viel erfolgreicher im Leben sein.

Die Namen der Yoga-Stellungen, die wir im Ansatz der Fortgeschrittenen Yoga Übungen verwenden, kann man auch als Sutren für die jeweilige Stellung heranziehen. Die 14 Asanas mit deutscher Bezeichnung, die zum FYÜ-Asana-Kit gehören, findest du in der Zusatzlektion zu Lektion 71.
Die Namen kann man in jede beliebige Sprache übersetzen. Wer weiß, was die Sanskrit-Namen hinsichtlich der körperlichen Attribute der Stellung bedeuten, kann auch diese verwenden. Detaillierte Anweisungen zu den Yoga-Stellungen findet man in den Büchern »Asanas, Mudras und Bandhas – Die Erweckung der ekstatischen Kundalini« oder »FYÜ – Leichte Lektionen für ein ekstatisches Leben«.

Diese Sutren kann man entsprechend anpassen, wenn die eigene Asana-Routine von der hier verwendeten abweicht, wenn man die verkürzte Asana-Routine (die in den genannten Büchern erklärt wird) heranzieht oder wenn man im Laufe der Zeit fortgeschrittenere Yoga-Stellungen hinzunimmt. Alles, was wir brauchen, ist ein Wort (oder ein kleiner Ausdruck), das unserer inneren Stille bei der Ausführung der Stellung das Stichwort gibt. Erinnere dich daran, dass die innere Stille ein Codewort ist, das wir locker und leicht in die Stille entsenden. Unsere bleibende innere Stille wird, unter der Voraussetzung, dass wir regelmäßig unsere tägliche tiefe Meditation ausgeführt haben, alles Restliche tun.

Wenn wir Samyama bei den Yoga-Stellungen einsetzen, stellen wir vielleicht fest, dass sich unsere angenehme Grenze bewegt, sodass wir weiter in die Stellung hineinkommen, als wir erwartet haben. Das ist gut, nimm das aber nicht als Signal dafür, dass du nun über die sich ausdehnende komfortable Grenze hinausdrängen kannst. Trotz der Vorteile, die Samyama mit sich bringt, müssen wir weiter besonnen darauf achten, die Prinzipien der Selbstabstimmung in jedem Aspekt unserer Yoga-Übungen einzuhalten.

Die Hinzunahme von Samyama zu unserer Asana-Routine kann die Wirkung unserer Stellungen auf körperlicher, emotionaler und mentaler Ebene sehr stark verbessern. Nutzen wir Asanas, um uns damit auf unsere sitzenden Übungen einzustimmen, verstärkt die Hinzunahme von Samyama die Entspannung in unserem Nervensystem, was es uns erlaubt, mit der Wirbelsäulenatmung, der Meditation, dem sitzenden Samyama und unseren anderen Übungen tiefer zu gehen. Das Ergebnis der verbesserten Übungen zeigt sich in mehr Frieden, Kreativität und Glück im täglichen Leben.

Der Guru ist in dir.