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Frage: Ich habe über die letzten Jahre Herz- und Nierenprobleme bekommen. Im Alter von 39 Jahren hatte ich einen Herzanfall, durch den ich gezwungen wurde, alles sehr viel langsamer angehen zu lassen.

Weil ich unter dieser Situation ziemlich leide, habe ich vor kurzem einen sehr großen Shanti- und Reiki-Heiler aufgesucht. Seit mehr als 25 Jahren befinde ich mich in Meditation über die Heiligen Namen sowohl des Maha Mantra als auch des Mantra Raja. (Unglücklicherweise wird man da nicht über die Wissenschaft der Meditation unterrichtet).

Dieser und ein paar anderen Übende sagten mir, dass mein Herz-Chakra „verstopft“ sei und dass es geöffnet und gereinigt werden müsse; dass dies der Grund für meine physischen Beschwerden sei. Verzeih mir, doch weiß ich sehr wenig von einer diesbezüglichen Technik. Ich weiß, was die Chakra-Zentren im Sinne der Veden sind, doch kenne ich keine Techniken dazu, wie man sie öffnen kann.

Ich lebe ein sehr einfaches Leben, doch da ich ein Lehrer und Guru in unserer Tradition bin, habe ich sehr wenig Zeit. Meine Ernährung ist streng shastrisch, ich halte die Dosha-Empfehlungen für mich ein und chante über 100 000 heilige Namen täglich. Das heißt, dass ich mich für über 10 Stunden in aktiver Meditation befinde. Dies ist nicht das Problem, da es für mich seit vielen Jahren die tägliche Routine ist.

Könntest du mir vielleicht etwas zum Lesen empfehlen oder diese Technik erklären, da wäre ich sehr dankbar. Mein Heiler sagt, dass dies meine Gesundheit, mein Predigen und meinen spirituellen Dienst sehr verbessern würde und auch mehr Licht des Nityananda Gauranga durch mich zu allen um mich fließen lassen würde

Danke für deine Zeit, die du dafür aufwendest.

Antwort: Danke dass du schreibst und teilst.

Die Übungen in den Lektionen sind auf die allgemeine spirituelle Erweckung zugeschnitten und konzentrieren sich weniger auf einzelne Chakren, sondern vielmehr auf die Verbindung, die zwischen dem Ajna- und Wurzel-Chakra besteht. Diese hat für die Erleuchtung eine besondere Bedeutung. Natürlich wird auch das Herz-Chakra durch diese allgemeine Reinigung in der spirituellen Anatomie geöffnet. Während die Meditation und die Wirbelsäulenatmung global wirken und das Herz „durch Stellvertreter“ öffnen, können andere Techniken wie Uddiyana/Nauli, Kinnpumpe und das gezielte Bastrika als Teil des Gesamtprozesses der Reinigung und Öffnung direkter an der Herzgegend arbeiten.

Im Allgemeinen bin ich nicht für eine Konzentration auf die Öffnung einzelner Chakren, denn wie sollten wir wissen, was die richtige Reihenfolge ist? Unergründliches Karma setzt jeden von uns auf einen etwas anderen Pfad und deshalb wird in den Lektionen der breite Ansatz angeboten, anstatt ein Ansatz, der von Chakra zu Chakra weitergeht. Dadurch erlauben wir dem reinen Glückseligkeitsbewusstsein die Regie über die natürliche Öffnung des Nervensystems aus dem Inneren zu übernehmen und verlassen uns nur sehr wenig auf intellektuelle Entscheidungen. Mit den Übungen aus den Lektionen unterwerfen wir uns systematisch dem Prozess der spirituellen Transformation, der in uns von Geburt an bereits vorgegeben ist. Natürlich ist reines Bhakti die größte aller Übungen und du weißt dies bereits. Erhebt man menschliche Wünsche auf die Ebene von Bhakti (intensiver Wunsch nach Gott/Wahrheit), dann werden alle Yoga-Methoden automatisch stimuliert. Wir brauchen dann nur einmal von ihnen zu hören (falls überhaupt) und nichts ist uns wichtiger, als diese zu üben!

Nach dem das nun alles gesagt ist, sind hier noch ein paar zusätzliche Vorschläge für die Öffnung des Herz-Chakras, die in ihren Auswirkungen jedoch ganzheitlich sind.

Es gibt eine in den Lektionen bisher noch nicht erwähnte Pranayama-Technik, die direkt auf das Herz wirkt. Sie geht wie die Wirbelsäulenatmung, jedoch in umgekehrter Richtung. Wir können sie als „HerzAtmung“ bezeichnen. Mit ihr ist es unter Nutzung des Atems möglich, unser Ishta (gewähltes Ideal) mit tiefgreifender Wirkung direkt in unser Herz zu bringen. Wir atmen dazu vom dritten Auge (Punkt zwischen den Augenbrauen) aus ein, ziehen den Atem zurück zum Zentrum des Kopfes und schließlich den Wirbelsäulennerv entlang nach unten in das Herz. Dann atmen wir über die genau gleiche Route durch das dritte Auge wieder aus. Bei der Einatmung bringen wir unser Ishta herein und bei der Ausatmung senden wir unsere Unreinheiten hinaus. Verlangsamen wir unsere Atmung (so dass es noch bequem bleibt), verstärkt sich die Wirkung. Nasenatmung ist vorzuziehen, jedoch nicht unbedingt notwendig. Diese Methode hat große Vorteile für das Herz. Sie reinigt und öffnet es. Während dieser Übung wird unser Herz mit unserem Geliebten erfüllt, Unreinheiten werden ausgestoßen. Dies kann man für fünf bis zehn Minuten vor oder nach den sitzenden Übungen tun oder auch jederzeit. Sei vorsichtig und mache am Anfang nicht zu viel, weil es zu übermäßigen karmischen Freisetzungen führen kann, wenn man es übertreibt. Wir schlagen vor, dass du langsam beginnst und dich stufenweise der Annehmlichkeit und Wirkung entsprechend vorwärts arbeitest. Diese Übung wurde bisher wegen der umgekehrten Atemrichtung und der möglicherweise für Anfänger daraus resultierenden Verwirrung mit der traditionellen Wirbelsäulenatmung (die ab Lektion 41 vorgestellt wird und die das Herz auf eine mehr allgemeine Weise reinigt) in den Übungen nicht angeboten. Auch haben viele Menschen keine klare Vorstellung von einem Ishta, das sie dafür einsetzen könnten. Das kann dann diejenigen verwirren, die zum Yoga ohne eine Neigung zur Anbetung eines Höheren kommen. Dies ist bei dir ganz klar nicht der Fall, deshalb kannst du diese Übungen vielleicht mit guten Ergebnissen einsetzen. Zu deinen anderen Übungen kann dies vielleicht sogar sehr gut dazu passen. Das musst du aber alles selbst entscheiden..

Für alle, die diese Übung ohne ein spezielles Ishta (Gottheit, Avatar oder Guru) ausprobieren wollen, kann bei der Einatmung durch das dritte Auge die reinigende und heilende Kraft der universellen Wahrheit herein und hinunter zum Herzen gebracht werden und bei der Ausatmung kann manUnreinheiten hinaussenden.

Ein zweiter Vorschlag bezieht sich auf die physische Ebene bzw. die des Lebensstils. Viele der Verengungen in Bereichen unseres Nervensystems können durch unsere Lebensgewohnheiten verstärkt werden – wie wir mit anderen umgehen und unsere tägliche Routine von Aktivitäten ausführen. Manchmal kann es ausreichen, eine neue Verhaltensweise einzuführen und die Routine zu verändern, damit sich Verengungen etwas lösen. Im Falle eines Herzproblems ist das Lösungskonzept relativ einfach. Es entstammt der modernen Medizin. Tägliche Aerobic-Übungen ist eines der besten Rezepte zum Aufbau eines gesünderen Herzens. Das weißt du sicher bereits. Tägliche körperliche Verausgabung (20+ Minuten lebhaftes Laufen oder etwas Entsprechendes) und eine fettarme, salzarme, vegetarische Ernährung sind sowohl gut für das Herz wie für den Blutdruck. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine sattvige (reine) Ernährung eine Menge Fett und Salz enthält. Es kann also sein, dass es nicht ausreicht, wenn man nur einer sattvigen Ernährungsweise folgt. Ich habe dies vor vielen Jahren herausgefunden, als bei mir eine Tendenz zu einem zu hohem Blutdruck auftrat, obwohl ich mich streng vegetarisch ernährte, was leicht durch diejenigen Mittel behoben wurde, die ich gerade erwähnte. Unternimmt man so etwas, verändert dies auch die Art und Weise, wie wir unseren Tagesablauf gestalten, wozu auch unsere Beziehung zu anderen Menschen gehört. Wenn wir also diesen Mitteln zur Verbesserung unserer Gesundheit einige Bedeutung beimessen, wirkt dies auf unser Leben auf eine nicht-physische Weise, was ebenfalls für das Herz gut ist. Wir müssen lernen etwas loszulassen, damit wir diese Änderungen vornehmen können und sich die Wehen in unserem Herzen verringern. Ein sich öffnendes Herz ist ein Herz, das weiß, wie man loslässt. Ein sich öffnendes Herz lacht auch eine Menge!

Die Kultivierung einer Gewohnheit, tief im Nervensystem loszulassen, bildet den Kern der tiefen Meditation, von Samyama und vielen anderen Übungen in den Lektionen. Wird die innere Stille zu einem Bestandteil unseres Lebens, sind wir in der Lage, die täglichen Stresssituationen leichter loszulassen, auch wenn wir ständig einen vollen Terminplan haben. Loslassen, obwohl man aktiv am täglichen Leben teilnimmt, ist natürlich die Essenz von Karma-Yoga. Das spielt alles zusammen.

Suchst du nach einem fokussierteren Ansatz der „spirituellen Energie-Arbeit“ zur Öffnung des Herz-Chakras, bin ich möglicherweise nicht die beste Anlaufstelle. Vielleicht kann da ein Energie-Heiler wie der, den du bereits konsultierst (Reiki oder etwas anderes), weiterhelfen. Ich bin aus den genannten Gründen nicht dafür, dass man sich zu stark auf einzelne Chakren konzentriert. Ich versuche die Chakren so gut wie möglich „unter der Haube“ zu halten, damit man nicht von der eigentlichen Aufgabe, den „Wagen“ nach Hause zur Erleuchtung zu steuern, abgelenkt wird. Meine Aufgabe ist es, darauf fokussiert zu bleiben.

Ich wünsche dir eine ausgeglichene Gesundheit und einen anhaltenden Erfolg in deiner wichtigen spirituellen Arbeit.

Der Guru ist in dir.