Frage: Ich habe mit der Masturbation schon sehr früh begonnen (im Alter von 7 oder 8 Jahren). Nur selten höre ich von irgendjemandem, dass er schon in diesem Alter damit angefangen hat. Ich bin mir sicher, dass das auch einige Bedeutung für das spirituelle Leben hat. Weist der Beginn in so einem frühen Alter (weil die Sexualität mit dem Göttlichen in Verbindung steht) auf starke spirituelle Neigungen hin? Oder bedeutet der so frühe Beginn und der Verlust von so viel Samen eine Art von schlechtem Karma von früheren Leben her, unter dem ich noch zu leiden habe?

Eine andere Frage: Ich habe den ganzen letzten Monat Brahmacharya gehalten und hatte gestern einen feuchten Traum. Gibt es irgendwelche Techniken, die einem bei feuchten Träumen helfen?

Antwort: Masturbation kann ein Fluch oder ein Segen sein, abhängig davon was man damit anfängt. Am Anfang erlangt man dadurch intime Vertrautheit mit der eigenen sexuellen Resonanz, Orgasmus, etc. so dass man das Gebiet gut kennen lernt, auch wenn das noch ohne Partner ist, wodurch die Stimulation noch auf eine höhere Ebene gehoben wird.

Nutzt man die Masturbation als tantrisches Training und für die Kultivierung (Rückhalten und Blockieren), ist dies ein Segen. Nutzt man es nur, um seine Vitalität abzuleiten, ist es ein Fluch. Da besteht auch ein enger Bezug zur Hereinnahme von Siddhasana, Mulabandha/Asvini und sogar Sambhavi und Kechari in unsere Routine, sobald die ekstatische Leitfähigkeit im Nervensystem akut wird. All dies sind Methoden der Selbststimulierung ekstatischer Energien im Körper und sie werden auch üblicherweise von fortgeschrittenen Yogis angewandt. Diese Yogis in den Höhlen sind also ebenfalls Masturbierer. Ob uns das weiter bringt oder nur auslaugt hängt davon ab, was wir genau damit anfangen.

Die beste Gelegenheit Gutes mit yogischer Stimulation zu erreichen, bietet sich dann, wenn man sie auf eine ansteigende innere Stille (reines Glückseligkeitsbewusstsein), das man in täglicher tiefer Meditation stimuliert, aufsetzen kann.

All diese Jahre mit dem Abfließenlassen von Vitalität schaden dir langfristig nicht. Was du jetzt und in Zukunft tust kann alles in deinem Leben verändern.

Zu feuchten Träumen (und auch der vorzeitigen Ejakulation) bekomme ich sehr viele Fragen gestellt. Das ist für ein reifendes sexuelles Funktionieren ganz normal und wird sich mit der Entwicklung von Fertigkeiten im Tantra und mit dem Alter selbst erledigen. Beide führen ganz natürlich zu größerem Stehvermögen und größerem Ansteigen sexueller Energie für die spirituelle Entfaltung im Nervensystem.

All das gilt sowohl für den Mann wie für die Frau, obwohl die Fragen meist nur Männer stellen, weil die eben mit der Ejakulation den Energieverlust haben. Wenn man sich darum Sorgen macht, ist das schon ein sehr gutes Zeichen, weil das einen Anstieg in der spirituellen Bewusstheit und Bhakti – der ernsthaften Sehnsucht nach Gott und der Wahrheit – anzeigt. Machst du mit deinem Bhakti unentwegt weiter und folgst deinem innersten Herzenswunsch, wird alles sich erfüllen, was du suchst.

Der Guru ist in dir.