Frage: Ich habe eine Frage zu einem Mudra – Vajroli Mudra mit der Beherrschung der rückläufigen Ejakulation. Kannst Du etwas erklären, wie dieses Mudra ausgeführt werden kann?

Antwort: Vajroli Mudra, das Nach-innen-Ziehen der Sexualflüssigkeiten, ist eine dieser Übungen, die ganz natürlich durch das In-Verbindung-Stehen des Yoga auftritt, sobald man Fortschritte im Siddhasana und den tantrischen Sexualpraktiken macht. Das heißt nicht, dass Du nicht jederzeit daran arbeiten kannst, dies zu entwickeln. Allerdings ist das nur von Wert, wenn die innere Stille und die ekstatische Leitfähigkeit in unserem Nervensystem heimisch geworden sind. Dann hat die sexuelle Energie ihre größte spirituelle Wirkung auf den Körper. Die Methode zum Blockieren, die hier in den Tantra-Lektionen vorgestellt wird, ist die Version von Vajroli für den "arm(-selig-)en Mann“ und ist vom ersten Tag an sehr viel leichter auszuführen. Wird das Nervensystem reiner und öffnet es sich, führt das Blockieren ganz natürlich zum vollen Vajroli.

Frage: Du erwähnst, dass bei ständiger Ausführung von Siddhasana Vajroli sich auf natürliche Weise ereignet. Kannst Du dies aus eigener Erfahrung bestätigen?

Auch bemüht man sich bei Vajroli, die Sexualflüssigkeiten in die Blase zurückzuziehen. Das wird dann wahrscheinlich beim Wasserlassen ausgeworfen. Warum soll dann aber Vajroli gut sein, wenn es zu keiner Sublimierung von Sexualflüssigkeiten in das Gehirn kommt (diese Frage bezieht sich auf das Vajroli des armseligen Mannes, das Du beschrieben hast).

Ich bin inzwischen mit Vajroli etwas zu Erfolgen gekommen – ich brauche das Perineum für das Blockieren nicht zu drücken. Wenn Ashwini, Mulabandha und Uddiyana gleichzeitig mit der langsamen Atmung ausgeführt werden, hat das die gleiche Wirkung wie das Drücken auf das Perineum; aber in beiden Fällen geht die Samenflüssigkeit gleich in die Urinblase. Ich kann das Abfließen der Ojas fühlen, sobald dies geschieht. Wie können wir die Sexualenergie wirklich sublimieren, anstatt sie am Ende doch abfließen zu lassen?

Antwort: Beim wirklichen Vajroli geht es nicht nur um die Zurückhaltung des Samens während der Ejakulation, obwohl man nur darüber etwas liest. Kommt einmal innere Stille und ekstatische Leitfähigkeit im Nervensystem auf (Kundalini), wird Samen an der Wurzel ständig freigesetzt und ständig in die Blase und darüber hinaus hochabsorbiert. Dann hört das innere Liebesspiel niemals mehr auf. Die Blase hat eine höhere Funktion, die darin besteht, die Energie nach oben in die höhere Neurobiologie aufzubereiten. Spirituelle Biologie spielt sich ebenso im Magen-Darm-Trakt ab und ist sehr gut wahrnehmbar, sobald sich die Kundalini einmal signifikant nach oben bewegt – ein Gemisch aus Luft, Nahrung und sexueller Essenz. Sie kann vom Magen-Darm-Trakt nach oben in den Kopf und in der Form von Nektar wieder zurück nach unten in den Magen-Darm-Trakt verfolgt werden.

Ja, bei mir geschieht das Vajroli von dieser natürlich ablaufenden Art und auch weitgehend während der Ejakulation, obwohl ich immer noch etwas Blockieren zu Hilfe nehme, wenn dies nötig ist. Die Hauptsache ist, dass der Fluss der sexuellen Energie ständig nach oben gezogen wird, 24 Stunden 7 Tage die Woche, und dies wird am besten durch langfristig angelegte tägliche Übungen des ganzen Spektrums fortgeschrittener Yoga-Übungen erreicht.

Genauso wie wir weiterhin unseren Darm entleeren, auch wenn die spirituelle Biologie im Magen-Darm-Trakt aktiv ist, urinieren wir weiterhin, auch wenn die spirituelle Biologie in der Blase wirkt. Ist die höhere spirituelle Biologie einmal eingerichtet und gefestigt, werden diese Funktionen sehr stark und unerschütterlich. Dann braucht man sich nicht mehr so viel Sorgen um Verrichtungen wie Vajroli zu machen. Wie beim Siddhasana treten die Mechanismen der Vajroli-Übung hinter das aktive Funktionieren unserer spirituellen Biologie zurück und wir achten nicht mehr so sehr darauf, sobald dieses Stadium einmal erreicht ist. Wir sind dann mit hervorquellender ekstatischer Glückseligkeit und göttlicher Liebe fortgetragen. Auf diese Weise werden wir durch die in uns nach oben kommende sexuelle Energie erleuchtet.

Zweifellos ist es besser, eine konstante gleichmäßige Einspeisung der sexuellen Essenz nach oben in unsere höhere Biologie zu haben, die vom Urinieren nur wenig berührt wird, als eine große Einflösung aus einer zurückgeholten Ejakulation, entweder durch das Blockieren oder Vajroli, was dann meist beim nächsten Urinieren verloren geht. Von daher der Sinn, Enthaltsamkeit und/oder den tantrischen Stil der Rückhaltung zu entwickeln, der die langfristige Kultivierung der sexuellen Energie nach oben anregt.

All dies gilt auch für die Frau, wobei die Mechanismen fast dieselben sind.

Der Guru ist in Dir.