Während einer meiner Besuche beim Meister machte ich die Bemerkung, dass ich nicht aufhören könne, aufgrund der Heilungen begeistert zu sein. Dass Daya Mata von einer Krankheit geheilt wurde, als sie das erste Mal an einem Vortrag des Meisters teilnahm, berührte mich tief.

Er sagte: „Es war in Anwesenheit vieler Zuschauer, dass ich ihr sagte, sie würde gleich gesund werden. Wäre das also nicht geschehen, hätte ich die Stadt sofort verlassen können!“

Yogananda erinnerte uns oft daran, dass Gott derjenige ist, der alles macht, beim Heilen wie in allen Dingen. Wir sind nur die Kanäle durch die Gott in dieser Welt handelt. „Nichts mache ich selbst!“ So denkt derjenige – der die letzte Wahrheit erkannt hat.[12]

Ich erinnere mich daran, dass der Meister von einem jungen Mann erzählte, einem Drogenabhängigen, der gerade mehrere Stunden mit ihm zugebracht hatte. Der Meister hielt ihn absichtlich über die Zeit hinaus zurück, da er die nächste Dosis gebraucht hätte (um welche Droge es sich handelte, weiß ich nicht). Schließlich rief der Mann aus: „Sir, bitte entschuldigen Sie mich, doch ich muss sofort gehen, ich brauche meinen nächsten Schuss!“

Der Meister antwortete: „Ich verstehe, doch ich verspreche dir, das ist nicht nötig, weil ich die Droge hier habe.“

Der junge Mann war erstaunt. Als er zu zittern begann, holte der Meister die Tablette hervor und der Mann schluckte sie dankbar. Bald beruhigte er sich und sagte, dass er sich wohlfühle. Der Meister sagte später, dass der Mann nicht bemerkte, dass die „Droge“ nur aus einem Stück Teig mit ein paar Tropfen Tinte gemacht war. Nachdem die falsche Tablette getrocknet war, sah sie aus wie eine echte. Ich kann das Gelächter des Meisters jetzt noch hören; er war vollkommen entzückt. Der junge Mann erholte sich bald von seiner Drogenabhängigkeit.

Yoganandas Fähigkeiten schienen keine Grenzen zu kennen. Er konnte alle metaphysischen Fragen beantworten, genauso wie solche, die sich auf die meisten anderen Fachgebiete bezogen. Da er die früheren Leben der Menschen sehen konnte, erlaubte es ihm das, die Devotees besser anzuleiten und sie in den Arbeitsbereichen einzusetzen, wo sie am besten dienen konnten. Er erzählte mir, dass ich seine Lehre in der Vergangenheit schon einmal studiert hatte. Ich war in herrschende Familien hineingeboren worden – nicht als ein Herrscher, sondern als ein Vermittler unter den herrschenden Familien. (Nur Gott weiß, was ich zu anderen Zeiten war.)

Er liebte jeden bedingungslos. Ob er mit jemandem einer Meinung war oder nicht, das war unwichtig. Er entfernte sich nie von seinem eigenen Grundsatz: „Erwecke die Liebe zu Gott in den Herzen anderer.“ Der Meister betonte die Freude göttlicher Liebe und wie unabdingbar diese sei. Geh durch dick und dünn, aber liebe andere spirituell in jeder Situation. Teile so viel dieser göttlichen Liebe mit, dass die Herzen anderer berührt werden. Wir können das tun. Gottes Liebe – rein, spirituell, göttlich – ist in uns allen, da wir nach seinem Bilde erschaffen sind. Allerdings liegt es in unserer Verantwortung uns darauf einzustimmen und das dann zu teilen. So helfen wir, andere zu erwecken, deren Herzen dann mit der Begierde zu glühen beginnen, sich auf den spirituellen Pfad zu ihm zu begeben, zu dienen und fröhlich zu sein.

 

Fußnote:

12.  Ubersetzt von: Sir Edwin Arnold, Song Celestial, chap. V, p. 30., bezieht sich auf die Bhagavad Gita