Lektion 307 – Halluzinogene und Yoga

Lektion 307 – Halluzinogene und Yoga

In nativen Kulturen der Welt (wozu auch das alte Indien gehörte), werden spirituelle Erfahrungen manchmal von der Einnahme aus Pflanzen gewonnener halluzinogener Substanzen begleitet (und ritualisiert). In heutiger Zeit kamen zum Zwecke der Entspannung neben Alkohol verschiedene Substanzen in Gebrauch wie besonders Marihuana, bestimmte Arten von Pilzen und synthetische Substanzen, da vor allem LSD, das im Zuge der Jugendgegenkultur der 1960er und 1970er Jahre Berühmtheit erlangte. Viele, die diese Ära miterlebten, sehen zumindest einen Teil der Ursache, dass sie es später auf den ernsthaften und drogenfreien spirituellen Pfad geschafft haben in ihren Drogenerfahrungen. Das kann man nicht ableugnen. Daraus erwachsen uns zwei Fragen.

Erstens: Sind Drogenerfahrungen notwendig, damit man auf den spirituellen Pfad gelangen kann? Die Antwort ist offensichtlich Nein, denn viele Folgen dem Pfad der spirituellen Erweckung, ohne dass sie zuvor irgendwelche Drogenerfahrungen hatten oder dass diese den Anfangsimpuls setzten. Allerdings kann man sagen, dass in vielen Fällen irgendeine Art von anfänglichem veränderten Bewusstseinszustand zu der Inspiration und dem Wunsch nach mehr und andauernder Erweckung führte.

So eine anfängliche Erweckung kann durch einen Unfall, eine Krankheit, ein spontanes inneres Erwachen, eine spirituelle Vision oder andere einschneidende Lebensereignisse ausgelöst werden. Oder möglicherweise weiß der Aspirant auch nur innerlich, dass es da noch mehr gibt im Leben als das konventionelle Wissen, das die etablierte Gesellschaft im Angebot hat. Der Samen des spirituellen Wunsches kann aufgrund verschiedenster Ursachen keimen. Letztendlich erschallt der Ruf aber aus dem Inneren.

Drogen sind nur einer von vielen Wegen, auf denen Menschen dazu inspiriert werden können, breitere Möglichkeiten im Inneren zu entdecken. In praktisch allen Fällen, in denen man anfänglich einen anderen Zustand erfährt, ist das nur eine Art Vorschau, nicht der Durchbruch zu einer andauernden spirituellen Transformation. Es ist wichtig, zu erkennen, dass jede konkrete spirituelle Erfahrung kein endgültiges Ergebnis konstituiert. Um sich in Richtung auf ein endgültiges Ergebnis im Sinne eines spirituellen Fortschritts zu bewegen, ist eine andere Strategie notwendig, eine die systematisch und schrittweise die Reinigung und Öffnung im Nervensystem hin zu dessen vollkommenen Fähigkeiten befördert.

Dies führt zur zweiten Frage: Sind Drogen hilfreich, wenn man einmal beständige Yogaübungen etabliert hat? Sollte man da irgendeinen positiven Anfangseffekt finden, der von der künstlichen durch Drogen hervorgerufenen Erfahrung herrührt, dann wird uns die Wiederholung dieser Erfahrung mit aller Wahrscheinlichkeit nicht weiterbringen. Wer so etwas annimmt, ist nur von seiner Fantasie hinweggetragen – das Syndrom des Wundermittels. Nimmt man z.B. halluzinogene Drogen wiederholt ein, um eine bestimmte Erfahrung noch einmal hervorzurufen, erzeugen wir unterschwellig die gegenteilige Wirkung – wir fügen den Blockierungen, die tief in unserem Nervensystem verankert sind, noch weitere hinzu.

Bei der spirituellen Entwicklung geht es nicht in erster Linie darum, zeitweise eine Spitzenerfahrung zu erlangen. Vielmehr streben wir eine natürliche und andauernde Erweckung an, die nur mit einer anhaltenden tiefen inneren Reinigung erreichbar ist. Deshalb wird sich auch jeder, der sich auf die tägliche tiefe Meditation einlässt, gedrängt fühlen, die Finger von Substanzen zu lassen, die künstliche Erfahrungen hervorrufen. Dies betrifft halluzinogene Drogen, Alkohol, Tabak, Koffein und Essensgewohnheiten, die den natürlichen Ausdruck des aus unserem Inneren aufsteigenden göttlichen Lichts entstellen.

Der Guru ist in dir.

Über den Autor

Yogani ist ein anonymer US Amerikaner, der 2003 begann, im Internet sein spirituelles Wissen in Form von Lektionen zu veröffentlichen und damit auf einen großen Kreis Interessierter weltweit traf. Im Laufe der Jahre entstand Daraus eine umfassende Bibliothek zu allen Aspekten des Yoga. Inzwischen gibt es viele Übersetzungen in andere Sprachen. Die Lektionen sind immer noch kostenlos abrufbar. Heute gibt es auch Bücher, Hörbücher, Ebooks und im Englischen eine PLus-Mitgliedschaft sowie ein gut besuchtes Forum.

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