Lektion 404 – Zum Springen zur dritten Mantra-Erweiterung

Frage: Ich bin ein übersensibel Meditierender und habe die Übung der Atem-Meditation, die in Lektion 367 beschrieben ist, ungefähr sechs Monate lang mit guten Ergebnissen praktiziert. Die innere Stille steigt stetig an und die Erfahrung wurde sehr viel geschmeidiger. Jetzt fühle ich mich bereit zurückzukehren und zu versuchen, erneut das Mantra zu nutzen. Bevor ich zur Atem-Meditation übergegangen bin, habe ich die dritte Mantra-Erweiterung, wie in Lektion 367 angegeben, ausprobiert. Das hatte für rund zwei Wochen geholfen, doch danach hatte ich es wieder mit körperlichen und emotionalen Überlastungen zu tun, wie ich sie ursprünglich mit dem I AM-Mantra erlebte. Damals ging ich dann zur Atem-Meditation, was sehr viel besser war. Nun versuche ich es wieder mit dem Mantra. Sollte ich zur dritten Mantra-Erweiterung gehen oder zurück zum I AM Mantra?


Antwort: Kommst du von der Atem-Meditation zurück zur tiefen Meditation mit dem Mantra, dann empfehlen wir zum I AM Mantra zurückzukehren, und nicht zu einer Erweiterung, auch wenn du bereits eine Mantra-Erweiterung genutzt hast, bevor du zur Atem-Meditation übergegangen bist. Nimm dir Zeit beim Wechsel von der Atem-Meditation zum Mantra. Du erzielst mit deiner gegenwärtigen Übung gute Ergebnisse und alle Veränderungen sollten sehr allmählich unternommen werden. Inzwischen bist du recht gut mit der Selbstabstimmung vertraut und das ist dein wichtigstes Hilfsmittel für den Umgang mit allen Veränderungen in deiner Übungsroutine.


Die dritte Erweiterung wurde in Lektion 367 für jene vorgeschlagen, die sehr sensibel auf das I AM Mantra reagieren, damit sie das Transzendieren verlangsamen können. Die Ergebnisse dazu waren gemischt. Viele gingen nach einer kurzen Zeit mit der dritten Mantra-Erweiterung zur Atem-Meditation über, wie du das getan hast. Zur dritten Erweiterung sollte man nicht springen, wenn die Meditation mit dem Atem oder irgendeine Mantra-Erweiterung außer der zweiten stabil ist. Kommt man von der Atem-Meditation zurück, wird es das Beste sein, ganz von vorne mit dem I AM zu beginnen. So ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass wir eine stabile Praxisroutine errichten und dass es zu einem normalen Verlauf der Mantra-Erweiterungen kommt. Ein Schritt auf einmal.


Kommst du von der Atemmeditation wieder zurück zur Mantra Meditation, dann sei nicht überrascht, wenn es eine Weile dauert, bis du den Verstand wieder so trainiert hast, dass er das Mantra statt den Atem favorisiert. Nachdem man einige Zeit Atemmeditation praktiziert hat, wird da eine Gewohnheit da sein, den Atem als Objekt zu favorisieren, und es kann einige Wochen oder länger dauern, bis man stattdessen die Gewohnheit entwickelt hat, das Mantra zu favorisieren. Das ist normal und nach einiger Zeit kommt es zu einem Wechsel in der Gewohnheit. Finden wir sowohl das Mantra als auch den Atem in unserer Bewusstheit, favorisieren wir einfach locker und leicht das Mantra. Wir behandeln den Atem wie jeden anderen Gedanken oder Wahrnehmung, die sich einstellen können, und favorisieren auf diese Weise sanft das Mantra. Mit der Zeit wird das Mantra ganz natürlich auf zunehmend verfeinerten Ebenen jenseits des Atems favorisiert.


Wenn es darum geht, eine Strategie für die Mantra-Erweiterung zu wählen, sobald wir einmal mit dem I AM Mantra Stabilität erreicht haben (vorzugsweise zumindest für sechs Monate) dann stehen da zwei zur Verfügung: Der originale Pfad der Mantra-Erweiterung und ein alternativer Pfad, der später eingeführt wurde, um einen weniger aggressiven, ausgeglicheneren Zugang anzubieten. Beide Pfade führen zur selben dritten Mantra-Erweiterung. Vergleiche Lektion 369. Dort findest du zu beiden Pfaden etwas und auch Verweise zu zusätzlichen Lektionen zu Mantra-Erweiterungen.


Wie es in Lektion 367 heißt, ist es für niemanden empfehlenswert, zur dritten Mantra-Erweiterung zu springen, außer für die paar wenigen, die auf das I AM Mantra sehr sensibel reagieren und dazu neigen, mit einem kurzen Mantra „schnell zu transzendieren“. Diese können vielleicht mit einem längeren Mantra zu einer Stabilität finden. Wie erwähnt, waren die Ergebnisse mit dieser Herangehensweise durchwachsen. Die meisten Meditierenden, die übersensibel waren, haben gute Ergebnisse mit der Atem-Meditation erzielt und mit der Zeit sind einige auch mit guten Ergebnissen zurück zum I AM Mantra gewandert.


Die Atem-Meditation geht gewöhnlicherweise nicht so tief wie die Mantra-Meditation, weil das Objekt fehlt, sobald der Atem einmal aussetzt. Das Mantra kann viel tiefer gehen. Dieser Unterschied ist der Grund, warum die Atem-Meditation eine der Optionen ist, die wir jenen vorschlagen, die auf das Mantra sehr sensibel reagieren. Deine Erfahrung bestätigt das ganz eindeutig.


Vielen Dank für dein Feedback. Ich wünsche dir alles Gute auf dem von dir eingeschlagenen Pfad!


Der Guru ist in dir.

Über den Autor

Yogani ist ein anonymer US Amerikaner, der 2003 begann, im Internet sein spirituelles Wissen in Form von Lektionen zu veröffentlichen und damit auf einen großen Kreis Interessierter weltweit traf. Im Laufe der Jahre entstand Daraus eine umfassende Bibliothek zu allen Aspekten des Yoga. Inzwischen gibt es viele Übersetzungen in andere Sprachen. Die Lektionen sind immer noch kostenlos abrufbar. Heute gibt es auch Bücher, Hörbücher, Ebooks und im Englischen eine PLus-Mitgliedschaft sowie ein gut besuchtes Forum.

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