Lektion T15 – F&A – Freuden der Lust

Frage: Ich bin immer sehr leicht korrumpiert worden und habe meinem Körper erlaubt, auf Wegen benutzt zu werden, die für mein inneres Wachstum schädigend waren. Bevor ich begonnen habe, Deine Beiträge zu lesen, hatte ich keine Hinweise und auch kein Konzept, was ich zur Auflösung dieses Dilemmas anstellen könnte. Ich habe nun den inneren Lehrer in mir erweckt, und so sind für mich viele Fragen leicht beantwortet worden … Doch dieses Gebiet war für mich das schwierigste, weil ich in der Vergangenheit meine sexuellen Heldentaten sehr genossen habe und vor allem auf meine innere Stimme in dieser Art von Situationen nicht geachtet habe, weil die Schwäche größer war, als mein Wunsch vorwärts zu kommen. Ich weiß, dass es keine Verdammung gibt, dass ich einen freien Willen habe und dass ich willentlich lustvolles Vergnügen über die höhere Liebe gestellt habe.
Nachdem das gesagt ist, möchte ich Dir nochmals danken. Denn seit ich mit den Übungen begonnen habe, die Du mit uns teilst, war ich in der Lage, einen Wandel in meiner Handlungs- und Denkweise zu erkennen. Es begann sich ein wirklich demütiges Lieben einzustellen und ich denke, dass Du dies ekstatische Energie in meinem Körper – von der Basis meiner Wirbelsäule nach oben zu meinem Herzen und dem Kehlzentrum – nennen würdest.

Antwort: Wir wissen, dass die Freuden der Lust intensiv, aber kurzlebig sind. Richten wir unser Sexualleben mehr spirituell aus, arbeiten wir auf langfristige positive Veränderungen in unserem Nervensystem hin.

Es mag mit einem Partner schwierig sein, wenn Du daran gewohnt bist, seinen Samen und damit Deine Befriedigung zu erhalten. Bei heterosexuellen Beziehungen könnten Faktoren mitspielen, wie eine unterbewusste Notwendigkeit, sexuell auszubeuten oder sexuell ausgebeutet zu werden. Yoga-Übungen gehen diesen karmischen Einflüssen auf den Grund und lösen sie schließlich auf. Dies ist die sexuelle Heilung, wie sie in einer früheren Lektion erörtert wurde.

Wo in sexuellen Beziehungen die Arbeit mit einem Partner infolge starker Gewohnheiten der Begierde schwierig ist, mag es von Vorteil sein, eine Zeitlang alleine zu arbeiten und sich eine gute Routine der „Rechte-Hand- Praktiken“ – Meditation, Wirbelsäulenatmung, Mulabandha, Siddhasana usw. – anzueignen. Die sitzende Yoga-Praxis kann zu einer guten Stimulierung der sexuellen Energie führen. Auch die Masturbation ohne Partner kannst Du in tantrischer Weise erkunden, wenn Du bereits eine Neigung dazu hast. Falls Du so masturbieren willst, sieh zu, dass Du eine Gewohnheit entwickelst, vor dem Orgasmus zu bleiben und dazu die Solo-Version der Rückhaltemethode benutzt. Mit all dem wird dein Wunsch nach lustvollem Vergnügen mit der Zeit etwas von seinem Glanz verlieren. Das deshalb, weil die innere spirituelle Freude immer dominanter wird und dies sehr befriedigend ist – nicht nur für den Augenblick, sondern den ganzen Tag und die ganze Nacht hindurch.

Eine starke Libido ist für die spirituelle Praxis in Wirklichkeit ein großer Vorteil – vorausgesetzt, Du kannst etwas Disziplin in Deine stimulierenden Übungen bringen. Dies ist in der Tat der Schlüssel – Leidenschaft mit einem Zweck, Du verstehst. Du wirst wissen, dass Du Fortschritte machst, wenn es Dir reicht, erregt zu werden, ohne dass Du bis zum Höhepunkt gehen musst. Das braucht seine Zeit. Siddhasana ist eine großartige Übung für das Kultivieren dieser Art des ständigen Stimulierens ohne Erwartungen. Das „wilde Pferd“ des Siddhasana wird am Ende Ruhe geben. Dann wirst Du spüren, wie ekstatische Glückseligkeit überall durch Dich nach oben und unten rieselt. Die Freuden der Lust erscheinen dann als etwas Geringes und verschwinden während der yogischen sexuellen Stimulierung – genauso wie während der täglichen Aktivitäten – aus dem Bewusstsein

Schön langsam wirst Du beginnen, die Männer auf eine andere Weise anzusehen. Dann wird es Dir, wenn Du das willst, möglich sein, mit einem Partner in Beziehung zu treten, ohne dass es auf eine passiv oder aktiv ausbeutende Weise geschieht. Ist es immer noch eins von diesen beiden, dann zieh in Betracht, mehr für Dich selbst zu arbeiten, bis Du jemanden mit ausreichender göttlicher Liebe in Dein Bett einladen kannst, damit Du mehr für ihn als für Dich selbst da bist. Das wird eintreten, wenn Du an Deinen Übungen festhältst. Du wirst auch Männer von höherer spiritueller Qualität anziehen. Oder Du wirst Dich ganz über den Sex mit einem Partner hinausbewegen. Dies alles hängt von Deinen Neigungen ab. Alles hängt davon ab, wohin Dein Bhakti (göttlicher Wunsch) Dich führt.

Der Guru ist in Dir.

Über den Autor

Yogani

Yogani ist ein anonymer US Amerikaner, der 2003 begann, im Internet sein spirituelles Wissen in Form von Lektionen zu veröffentlichen und damit auf einen großen Kreis Interessierter weltweit traf. Im Laufe der Jahre entstand Daraus eine umfassende Bibliothek zu allen Aspekten des Yoga. Inzwischen gibt es viele Übersetzungen in andere Sprachen. Die Lektionen sind immer noch kostenlos abrufbar. Heute gibt es auch Bücher, Hörbücher, Ebooks und im Englischen eine PLus-Mitgliedschaft sowie ein gut besuchtes Forum.

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